"Am Taferl", so ist dieser Punkt in der Landkarte vermerkt, führt der ehemalige "Buchaberger Heuweg" vorbei. Auf diesem Weg mussten früher die Bauern aus "Buchaberg" (so hieß und heißt heute noch Raimundsreut) das Heu von den "Bachwiesen am Reschwasser" mit Ochsenfuhrwerken transportieren. Da sind - der Sage nach - am steilen Abhang einem Bauern die Ochsen mit dem schweren Gefährt durchgegangen. Und weil trotzdem kein Unglück geschehen ist, hat dieser Bauer eben dieses Taferl als Dank und zu Ehren der Mutter Gottes aufgestellt.
Als der Heuweg nicht mehr so häufig benutzt wurde ist dieses Taferl wahrscheinlich in Vergessenheit geraten - es ist verfallen.
Nur noch der Pfosten markierte die Stelle an der früher das Taferl über den Weg wachte. Erst im Jahre 1985 wurde es vom Schönbrunner Wanderverein wieder renoviert. Das Bildnis mit der Gnadenmutter steuerte Pater Johannes bei.

Das Taferl

Grüß Gott liebe Leut, ja, schauts mi nur an,
kemmts a wengal näher und hörts mir zu.
Es gibt so vui, was ich Euch erzählen kann,
und Erzählen ist dös, wos ich am liebsten tu.

Wann's mi damals an dem Fleck da aufgstellt ham,
dös woas i leida nimmer so ganz genau.
Aba i hab scho immer in mir getrag'n,
dös Bildl von da Liab'n Frau.

Warum i da steh, dös kinnts enk nöd denga,
es wird aba so verzählt von dö alten Leut.
Ich hab dös zwoa Ochsn zu verdanga,
z'wegn dö steh ich da scho dö ganze Zeit.

Vom Buchaberga Heuweg her sans mit Ihren Wagen kemma,
von dö Bachwiesn aussa, vom Heumacha her.
A' grouß Fuada Heu solltns den langa Weg hoam bringa,
bergauf und bergab, Leut, dös war sehr schwer.

 

Wieder amal fahrn's den Berghang runter, plötzli ist's passiert:
D' Ochsn ham sich erschreckt, san durchganga, den Weg owigsaust.
Doch irgendwie, es war als hätts d' Mutter Gottes dann gführt,
koa Unglück is g'schegn, d'Ochsn und d'Leut warn nur a wenig derzaust.

Da war der Dank groß und a die Freud.
Und als sichtbares Zeichen dafür,
ham's mich da im Woid affa g'stellt, dö Leut,
mit an Bild'l von da Mutter Gottes in mir.

Schon vergess'n war ich dann, s'Bild und s'Taferl war weg,
bin nur noch a' Stemp'm am Wegesrand g'wesn.
Seit guadi zwanz'g Jahr nun steh ich aber wieder am Weg,
durch wem, dös könnts auch an mir selber lesn.

D' Schönbrunner Wanderer haben mich wieder aufgstellt,
und s'Bildl dazu hat da Pater Johannes mir gspend't.
So steh ich wieder auf dem schöna Fleck in unserer Welt,
und wach über Euch Wanderer, auf Euerem Weg bis zum End.

Georg Brunnhölzl